Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Der bloße Anblick des Hintertheils eines veilchen⸗ vlauen Mantels langweilte mich ebenfalls, weßhalb ich meinen Blick auf meine Umgebung richtete. Neben dem großen trockenen Herrn ſitzt eine junge Frau mit einem Häubchen nach Art der Leinwandhändlerinnen, mit einem muthwilligen Geſicht, kleinen, ſchwarzen, lebhaften Augen und aufgeworfener Naſe; ſie lächelt beſtändig und betrachtet die übrigen Frauen mit einer gewiſſen ſpöttiſchen Miene; ſie ſcheint von der ge⸗ ringern arbeitenden Klaſſe zu ſein und iſt von einem fünfzehn⸗ bis ſechszehnjährigen, in demſelben Geſchmack gekleideten kleinen Mädchen begleitet welches zwar nicht hübſch iſt, allein ſehr laut ſpricht und immer mit ſeiner Gefährtin lacht.

Nach dem jungen Manne links kommt ein Stutzer, wenigſtens ein Vierziger, in einem ausgeſucht affek⸗ tirten Anzug, mit Opalknöpfen, einer Fernröhre, glacirten Handſchuhen, ſchwarzen, gelockten Haaren (man ſieht wohl, daß der Friſeur darüber gegangen iſt), zugeſtutztem Backenbart, noch ſchwärzer als die Haare, ſchmelzenden Augenbrauen. Alles dieß konnte zwar gefärbt ſein, es ſollte mich ſogar nicht wun⸗ dern, wenn er eine Perücke trug, die man derzeit ſo gut anpaßt, dabei einen herrlichen Teint! Es wäre ein ſehr hübſcher Jüngling, wenn ſeine außerordent⸗ lich gebogene Habichtsnaſe nicht zum Lachen klein wäre; im Ganzen ſieht er eben ſo dumm als einge⸗ bildet aus.

Nach dieſem wohlgefälligen ſüßen Manne kommt ein Herr und eine Frau.. von jenem gewöhnlichen