Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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ſuchen? Führt man nicht ſeit einiger Zeit überall Me⸗ lodramen auf? Das Jahr 1829 wird hierin Epoche machen, und wir leben gerade in dieſem Jahre. Neben mir ſind noch zwei leere Plätze; doch die Thüre der Loge öffnet ſich: zwei Damen treten oder ſtürzen vielmehr herein; dieſe warten nicht, bis die Logenſchließerin ihnen einen Platz anweist, ſie neh⸗ men keine gewöhnlichen Schritte, ſondern machen gleich Sprünge und laſſen ſich nach ihrem Belieben auf die Bank nieder. Die neben mir hat ſich beinahe auf meine Kniee geſetzt und wirft mit dem Ellbogen meinen Hut auf den Bodenz weit entfernt, auf all' dieß zu achten, ſcheint ſie ganz unbekümmert, ob ſie ihre Nachbarn genirt; einen Platz zu haben, iſt die Hauptſache für ſie. Als ſie ſich geſetzt hatte, ſtieß ſie einau! aus, das ein Quinquet hätte auslöſchen können, und fuhr dann fort:Nun ſind wir einmal hereingedrungen... ach, das koſtet Mühe!.. Marie, wie wird man an der Thüre herumgeſtoßen. es iſt ein wahres Scharmützel!.. ich mußte beinahe meinen Buſen an dem Geländer zurücklaſſen... von Duck⸗ mäuſern wird man herumgeworfen und während deſ⸗ ſen gekneipt. Haſt Du es geſehen, wie ich mit jenem garſtigen Rothhaarigen, welcher hinter mir ſtand, geſprochen habe? Er hatte beſtändig ſeine Hand an meiner Hüfte und ſagte, er wolle mich beſchützen, worauf ich ihm erwiederte:Wenn Sie mich mit Ihrem

Schutze nicht in Ruhe laſſen wollen, ſo laſſe ich Sie

durch den Gendarmen ergreifen!... Rücke ein wenig

zurück, Marie, damit wir bequem ſitzen können.