133
„Ninie, wo ſind ſie? Haben Sie ſie geſehen?“
„Wen denn, mein Herr?“
„Jenneville und den neuen Reiſenden.“
„Sie ſind ſo eben ausgegangen.“
„Großer Gott! und wohin, auf welche Seite?“
„Da, durch unſern Garten.“
„Ach, wenn ich nur noch zu rechter Zeit komme!“
„Aber was hat es denn gegeben, Herr?“
Ich antworte nicht mehr, ſtürze auf dem Wege nach, den ſie eingeſchlagen haben und ſehe mich rings um. ich erblicke ſie nicht, allein vielleicht verbergen ſie Bäume oder Geſträuche vor mir. Großer Gott! ich höre einen Schuß.. es iſt zur Linken.. ſchnell! Ein zweiter Schuß trifft bald mein Ohr und führt mich auf die rechte Stelle... dieſem Fußweg nach.
Ich renne; ein fliehender Menſch kommt an mir vorbei: es iſt Blagnard! O Himmel! und Jenneville?
Ich will Blagnard anhalten, ich rufe ihm; er iſt ſchon weit. Ach, in dieſem Augenblick denke ich nur daran, ſeinem Opfer zu Hilfe zu eilen.
Ich ſchlage einen von Bäumen beſchatteten Weg ein und habe noch keine dreißig Schritte gemacht, ſo ſehe ich Jenneville auf der Erde liegen. Ich ſpringe * auf ihn zu; der Unglückliche liegt in ſeinem Blute: 3 die Kugel iſt ibm in die Bruſt gedrungen. O mein Gott, wie ſoll ich ihm helfen! Ich nehme ſeinen Kopf,
richte ihn auf und lege ihn auf meine Kniee; ich rufe, ſchreie, verlange nach Hilfe und verſuche mit meinem Taſchentuche das Blut aufzuhalten, das aus ſeiner Wunde dringt.


