Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

89

mit zwei oder drei meiner Liebſchaften dienen kann? Du hörſt nicht... gehſt von mir weg...“

„Dubois, Du weißſt nicht, was das heißt, wahr⸗ haft zu lieben; wenn Du es erfahren hätteſt, wür⸗ deſt Du nicht über meine Leiden ſpaſſen.“

„Nun, lieber Freund, werde nur nicht böſe; es iſt wahr, ich habe immer als Schmetterling und nie lange an einem Orte geliebt; aber da es Dir unan⸗ genehm iſt, daß ich Dich zum Lachen bringen will, ſo laſſen wir es. Rede mit mir von Deiner Liebe, ſo viel Du willſt, ich werde Dich anhören, Dich bekla⸗ gen⸗ ja ſelbſt, wenn es ſein muß, mit Dir weinen; ich heule wie ein Kalb, wenn ich einmal anfange, ich bin nicht umſonſt Dein Freund. Aber wie zum Teufel kommt es, daß dieſe Liebe, die Dich vor kur⸗ zer Zeit noch ſo glücklich machte...“

„Ich ſage Dir ja, daß ſie zu ihrem Gemahl zu⸗ rückgekehrt iſt.“

„Ihr Gemahl iſt Jenneville und war im Ge⸗ fängniß.“

„Er iſt nicht mehr dort: ſie hat alle ſeine Schul⸗ den bezahlt.“

„Sie liebte ihn alſo doch immer noch?“

„Nein, nach dem Betragen, das er gegen ſie ſich erlaubt hatte, konnte ſie ihn nicht mehr lieben.“

„Wie? ſie liebt ihn nicht mehr und reißt ihn aus dem Gefängniß und verſöhnt ſich mit ihm?“

„Ja, Dubvis; beurtheile darnach das Herz, die Tugenden Auguſtinens.“

„Ich muß geſtehen, daß ich mehrere Frauen kenne,