Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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85 daß ſie ihn frei walten laſſe und ihr einziges Ver⸗ gnügen von nun an ſei, ferne von der Welt, ferne von Paris in tiefer Zurückgezogenheit zu leben, und dort zu hören, daß Sie glücklich ſeien.“

„Glücklich! und ich ſoll ſie nicht mehr ſehen? Ach! Madame, das iſt unmöglich! meine Leidenſchaft für ſie wird mein Leben verbittern.“

„Mein lieber Deligny, die Zeit iſt der beſte Arzt: ſie heilt Krankheiten, die man anfangs für unheilbar hielt, und das iſt ſehr gut. Das Schickſal war blind, daß es Sie nicht zum Gemahl Auguſtinens gemacht hat, allein es täuſcht ſich oft in den Heirathen, die es anordnet. Sie müſſen doch Ihren Entſchluß faſſen, denn Sie kennen Auguſtine ſo gut wie ich, und Sie müſſen wiſſen, daß ſie hält, was ſie beſchloſſen hat.“

„Sogar ſich zu weigern, mich zu ſehen!“

„Was das betrifft, ſo werden Sie zugeben, daß ſie recht hat; wozu würde es führen, wenn ſie jetzt Sie ſähe? Es würde alle ihre Schmerzen erneuern; ferner bedenken Sie, daß ſie nicht mehr frei iſt, daß Jennevilte überzeugt iſt, Sie ſeien ihr Liebhaber ge⸗

weſen, und daß, wenn er wüßte, daß ſie Sie noch

ſieht, das zwiſchen ihnen ſehr unangenehme Scene herbeiführen könnte.“

„In der That, Madame, ich fühle, daß ich ſie nicht mehr ſehen kann; ihrer Ruhe muß ich dieſes Opfer bringen. Aber Sie, Madame, werden ſie immer ſehen, und durch Sie werde ich wenigſtens manchmal Etwas von ihr erfahren.“

„Ja, ich werde ſie ſehen, weil ich ſie ſehr liebe;

„