Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

86

ich verabſcheue aber ihren Mann ſo ſehr, daß die Furcht, ihm zu begegnen, mich faſt hindern würde, Auguſtine zu beſuchen, allein ich hoffe ſehr, ihm nicht zu begegnen, beſonders da Jedes ein eigenes Zimmer haben wird.“

„Sie wollen Jedes allein wohnen... wiſſen Sie das auch gewiß, Madame?“

„Wie! ob ich es gewiß weiß! Selbſt wenn Au⸗ guſtine es mir nicht geſagt hätte, dürfen Sie glau⸗ ben, mein Herr, daß ich weiß, wie eine Frau in ihrer Lage ſich betragen muß! Glauben Sie vielleicht, die Liebe habe dieſe Ausſöhnung herbeigeführt? Nein, ſelbſt wenn Auguſtine Sie nicht kennen gelernt haben würde, würde ihr Herz, das mit Recht verwundet iſt, nie mehr für den Ungetreuen wieder geſchlagen haben, der ſie ſo herabgewürdigt hat! O, wir ſind ſtolz, mein Herr, und wenn die Pflicht Auguſtinen auch zwingt, zu ihrem Gemahl zurückzukehren, ſo zwingt ſie ſie doch nicht, ihm eine Liebe zu heucheln, deren er ſelbſt ſie entbunden hat. Und nun, mein Herr, Ihre Stirne iſt nicht mehr ſo traurig; nicht wahr, was ich Ihnen da ſage, macht Ihnen Ver⸗ gnügen?“

„O ja, Madame, es macht mir außerordentlich viele Freude!“

„Ich wußte es wohl.“

„Allein, warum iſt ſie ſo ſchnell nach Paris zu⸗ rückgekehrt?“

„Weil ſie ſich mit Herrn Jenneville nicht in jenem Landhauſe ausſöhnen wollte, wo wir ſo angenehme

—