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59 machen, warum ſollte ich keinen Gebrauch davon machen? Erſt wenn man Alles erhalten hat, muß man die Zartheit auf's Aeußerſte treiben.
Auguſtine iſt im Garten und ich weiß gewiß, daß ich ſie allein treffen werde; dieſer Gedanke regt mich zärtlich auf. Als ich Auguſtine anrede, meinte ich zu ſehen, daß ſie meine Unruhe theile, und das ſcheint nir eine glückliche Vorbedeutung.
ſetze mich neben ſie unter die friſchen Stau⸗ den, wir ſeit ſechs Wochen faſt alle Morgen bei⸗ einander waren. Aber wie viel ſchöner erſcheint mir heute dieſe Laube; die Blumen, das Grüne, das Säuſeln der Blätter haben in meinen Augen ein viel zarteres Weſen; das kommt daher, weil ich heute allein mit ihr im Garten bin. Ach! Juliette hatte recht, als ſie mir ſagte: Nicht auf dem Lande findet ein liebendes Herz ſeine Gleichgültigkeit wie⸗ der; die reine Luft, die man hier einathmet, die ſtille Ruhe der Wälder, Wieſen und Felder, Alles auf auf dem Lande ladet zur Liebe ein. Wenn ich hier
nicht über Auguſtine ſiege, wird ſie nie die Meinige
werden. Ich habe bereits zwei Stunden bei ihr zugebracht und von nichts als meiner Liebe mit ihr geſprochen;
oft hat ſie mich unterbrochen, oft wollte ſie den Ge⸗
genſtand des Geſprächs ändern; allein ich kam immer wieder auf das zurück, was allein mich beſchäftigt, und obgleich ſie mit mir ſchmollt, ſo ſehe ich doch, daß es ſie nicht erzürnt, mich anzuhören.
Die Stunde des Eſſens iſt da; ſie will, daß ich mit


