25 daß, da ſie allein in ihrem Landhauſe iſt, ſie Sie
gar nicht annehmen, oder ſogar über Ihren Beſuch
ſehr böſe werden würde.“
„Indeſſen iſt ſie doch zu mir gekommen!“
„Weil ſie überzeugt war, daß Sie ſehr krank ſeien.“
„Nun, Madame, meinetwegen... weil Sie es durchaus ſo haben wollen, in vierzehn Tagen alſo; Sie ſind ſehr grauſam!“
„Es ſcheint mir im Gegentheil, als ſei ich ſehr gütig; allein ich verabſcheue dieſen Jenneville, der meine arme Auguſtine ſo unglücklich gemacht hat, ſo ſehr, als ich Sie liebe, daß Sie ſie endlich von ihrer unwürdigen Thorheit geheilt haben... ach! wenn mein Mann es mir nur zum vierten Theil ſo ge⸗ macht hätte!... Allein, leben Sie wohl, Herr De⸗ ligny, faſſen Sie ſich in Geduld und kommen Sie in vierzehn Tagen wieder.“
So bin ich alſo dazu verurtheilt, vierzehn Tage fern von ihr zubringen zu müſſen, und das in dem Augenblick, wo ich gewiß bin, daß man mich nicht mehr mit Gleichgültigkeit ſieht, wo ich das Glück zu erfaſſen glaubte. Ach, ich weiß nicht, wohin mich
meine Verbindung mit Frau Luceval noch führen
wird; allein das kann ich ſagen, daß ſie bis heute mir mehr Schmerz als Vergnügen verurſacht hat. Ich habe Julietten ohne Zweck, ohne Abſicht ver⸗ laſſen; ich habe nur einen Wunſch, vierzehn Tage älter zu ſein. Arme Sterbliche, die wir ſind!... wir fürchten den Tod, und doch wünſchen wir oft, die


