Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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ſagte, Sie wollten mich nicht mehr empfangen; was hatte ich denn gethan? wo konnte Ihr Groll her⸗ rühren?

Mein Groll... Sie täuſchen ſich... ich hatie keinen Groll.

Sie verbaten ſich alſo ohne allen Grund meinen Beſuch?

Sie ſchweigt, erröthet, und will nicht geſtehen, daß ſie mich bei Ninie geſehen hat; ich werde ſie wohl dazu zwingen.

Hoffentlich werden Sie mir wenigſtens über den Inhalt Ihres Briefes nähere Auskunft geben.

Mein Brief... ich weiß wahrhaftig nicht mehr,

was ich Ihnen geſchrieben habe; ich weiß nicht, woran ich in jenem Augenblicke dachte; ich hatte Sie auf der Straße mit jenem Mädchen, das ich ſehr gut er⸗ kannt habe, ſchwatzen geſehen und wie Sie ſie in Ihr Haus mitgenommen haben, ſchien es mir ſehr ſon⸗ derbar... beſonders nach dem, was Sie mir geſagt hatten. Ich habe Ihnen aber mit Unrecht in meinem Briefe Vorwürfe gemacht; Sie ſind ganz unabhängig und ich weiß nicht, was Sie hindern ſollte, dieſes junge Mädchen für Ihre beſtändige Geliebte zu be⸗ halten.

Sie will ihre Eiferſucht verbergen... ſie will mir alſo nicht ſagen, daß ſie mich liebt. Aber ich konnte mich nicht mehr halten und ſagte daher zu ihr:Nein⸗ Madame, nein, dieſes junge Mädchen iſt meine Ge⸗ liebte nicht mehr; ſie hat mich bloß beſucht, um mich

von ihrer bevorſtehenden Hochzeit in Kenntniß zu ſetzen