Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159

Ich habe gedacht, mein Beſuch würde Ihnen vielleicht ein Vergnügen machen; deßhalb habe ich mich über gewiſſe Förmlichkeiten hinweggeſetzt. Wenn man wahre Freundſchaft für Jemand hegt, ſo iſt man ihm nach meiner Meinung einige Opfer ſchuldig. allein ich glaubte wirklich nicht, daß Sie ſchon auf⸗ ſtehen könnten; man hat Sie für zu krank erklärt.

Thut es Ihnen leid, daß Sie mich auf dem Weg der Geneſung treffen?

Nein, aber..

Ich führe ſie zu einem Seſſel hin, ſetze mich neben ſie, und bin ſo vergnügt, daß ich ſie einige Augenblicke bloß anſehen kann, und dieß öfters wie⸗ derhole.

Sie beſuchen mich; ach! wie glücklich macht mich das Unglück, das mir zugeſtoßen iſt!

Gewiß, ſonſt.

Wären Sie auf Ihr Landgut abgereist und hätten mir verboten, Sie zu beſuchen... Was hatte ich denn gethan, Madame, daß ich eine ſolche Strenge ver⸗ diente?

Ei, ſprechen wir nicht mehr hievon; ich bin manch⸗ mal ſo wunderlich, ſo lächerlich.. ich weiß nicht, was mir einfiel... Ihr Herr Vater iſt alſo nicht mehr in Paris2

Nein, Madame, er hat erfahren, daß ich ihn über

meine Lage täuſchte, dann wurde er böſe und iſt ſo⸗

fort plötzlich abgereist. Ich fühlte mich wieder glücklich, frei zu ſein und wollte Ihnen dieß mittheilen; wie groß iſt meine Verwunderung geweſen, als man mir