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Ich will mich alſo recht gut halten, um ſchneller zu geneſen.
Wie langweilig iſt es, wenn man krank und bloß von Leuten, die uns gleichgiltig ſind, umgeben iſt, und von gedungenen Krankenwärtern verpflegt wird; wie ſehr vermißt man dann das elterliche Haus und die ſüße Abwartung einer Mutter oder Schweſter.
Vier Tage gehen vorüber, ſie ſchienen mir eine Ewigkeit, aber ſie hat ſich alle Tage nach mir er⸗ kundigen laſſen. Endlich fühle ich mich viel beſſer; ich ſtehe auf, übermorgen hoffe ich ausgehen zu können. Von meinem Haus bis zu ihr iſt es ſo nahe... Wie kann ich bis dahin die Zeit zubringen? Ei! ich will an Dubois ſchreiben: er ſoll mich beſuchen; dadurch werde ich mich zerſtreuen.
Ich habe Dubvis geſchrieben, aber man fand ihn nicht zu Hauſe. Der Tag geht herum, der folgende auch; ich verabſchiede meine alte Wärterin, denn ich fühlte mich ſo wohl, daß ich Niemand mehr brauchte; ich hatte ſogar Luſt, auszugehen, ob es mir gleich der Arzt verboten hat; ich bin unſchlüſſig und will ſchon meiner Sehnſucht nachgeben, als man leiſe an meiner Thüre klopfte.
Das iſt ohne Zweifel Dubois.. ich öffne. O⸗ Glück!... ſie iſt es!... Madame Luceval ſteht vor mir, und ſtößt einen Schrei der Verwunderung aus, als ſie mich außerhalb des Bettes trifft, da mein Portier zu ihr geſagt hat, es ſtehe ſehr ſchlimm mit mir.
„Ach, Madame! wie gütig ſind Sie! Ihre Ge⸗
genwart wird meine Geſunvheit vollends herſtellen.“


