Fehler; übrigens macht man immer Fehler, wenn man nicht mehr geliebt wird.
„Kaum war ein Jahr nach unſerer Hochzeit ver⸗ ſtrichen, und bereits hatte jenes Glück, das ich mir verſprochen, den Thränen, Qualen und der Reue Platz gemacht. Mein Oheim ſtarb; Jenneville, der nun wohl wußte, daß ich meinen Kummer Niemand mehr mit⸗ theilen könne, hatte auch keine Rückſicht mehr für mich. Bald ſteigerte er meinen Schmerz auf's Höchſte; ich er⸗ fuhr, daß er mir untreu ſei.. er huldige einer An⸗ dern. Ich machte ihm die bitterſten Vorwürfe, was ihn noch mehr gegen mich aufbrachte. Ich wußte nicht⸗ daß es den Herren erlaubt iſt, untreu zu ſein, daß es uns aber nicht erlaubt iſt, uns darüber zu be⸗ klagen.
„In den Geſellſchaften hatte ich Juliette, eine meiner Penſionsfreundinnen, wieder getroffen; ſie war Wittwe und beſuchte mich oft, um mir Geſellſchaft zu leiſten. Mein Gatte ſah nicht gut dazu; er be⸗ hauptete, ſie gebe mir böſe Rathſchläge. Armes Julchen! Sie forderte mich bloß auf, nicht ſo viel
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zu weinen. Endlich kam ein entfernter Verwandter meines Oheims, ein junger Menſch von achtzehn Jah⸗
ren, nach Paris, wo er meinen Oheim noch zu ſin⸗ den geglaubt hatte. Er beſuchte mich, kannte Nie⸗
mand in der Stadt und wünſchte an meinem Manne
eine Stütze zu erhalten, aber Jenneville empfing ihn
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ſo kalt, daß der arme Jüngling nicht mehr vor ihm zu erſcheinen wagte, und ſich, um mich zu beſuchen,
immer vorher genau erkundigte, ob mein Gatte nih


