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bar. Bin ich aber dazu berechtigt? Nein, ſie hat mir nichts verſprochen; im Gegentheil, ſie verbot mir, mit ihr von Liebe zu reden... Aher mir zu erlauben, ſie alle Tage zu beſuchen, mir Freundſchaft zu bezeugen und nicht geſtehen, daß ſie die Gattin Jenneville's ſei... ach, das iſt niederträchtig, das verzeihe ich ihr nicht.
Es iſt beſchloſſen: ich will ſie nicht mehr beſuchen, nicht mehr an ſie denken. Im Grunde werde ich tauſend eben ſo hübſche Frauen treffen, ja noch hüb⸗ ſchere. Die Liebe ohne Hoffnung erliſcht ſchnell, ſagt man, die meinige wird alſo bald vorüber ſein. Doch will ich ſie noch einmal beſuchen, ſie muß wiſſen, daß ich von Allem unterrichtet bin, daß es mir nicht mehr unbekannt iſt, daß ſie ſich meiner als eines für ihre Anſchläge nöthigen Werkzeugs bediente; wenn ich aber mein Herz gegen ſie ausgeleert habe, dann werde ich ſie nie mehr beſuchen.
Ich will ſehen, ob ich ihr nicht begegne, will mich dem Tanze, Jenneville nähern; ohne Zweifel beobachtet ſie ihn, verliert ihn nicht aus dem Ge⸗ ſichte; aber traurig darf ich nicht ausſehen. Ich werde im Gegentheil den Liebenswürdigen, den Galanten gegen die Frau von Remonde ſpielen.. das wird ihr vielleicht wehe thun.. ach nein, ſie wollte ja immer, daß ich zu ihr gehe!..
Ich kehre in den Kreis des Tanzplatzes zurück, nähere mich der Frau von Remonde und finde Ge⸗ legenheit, mich an ihre Seite zu ſetzen, worauf ich Alles, was mir in Sinn kam, zu ihr ſagte.


