Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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welche mich ſehr kalt empfing und meine tiefen Ver⸗ beugungen kaum zu erwiedern geruhte. Ich weiß, weßhalb dieſe Dame ihr Benehmen gegen mich ge⸗ ändert hat. Ich habe mir ihren Zorn zugezogen, weil ich ihren Antrag nicht angenommen und dadurch ein großes Verbrechen begangen habe! das iſt die größte Beleidigung, der man ſich gegen die Frauen⸗ zimmer ſchuldig machen kann; dieſe verzeihen ſie nie. Sonderbares Betragen dieſer Damen!... Sie ver⸗ zeihen es einem Manne, der ihnen gefallen hat, nicht, wenn er ſich nicht in ſie verliebt. Ach! wenn wir gegen alle Frauenzimmer, die uns gefallen und uns nichts gewähren, Haß tragen müßten!... Freilich iſt der Mann gewöhnt, den Hof zu machen, und die Frau, daß er ihr gemacht wird; das Gegentheil muß viel unangenehmer ſein.

Die Liebe, die mich unaufhörlich beſchäftigt und welche die Triebfeder aller meiner Handlungen ge⸗ worden iſt, verſetzt mich bisweilen in ein ernſthaftes Nachdenken über meine Lage. Da ich Auguſtine ver⸗ ehre, da ſie Wittwe iſt und von keinem Verwandten abhängt, wäre es nicht ganz natürlich, ſie, wenn ich ihre Gegenliebe gewänne, um ihre Hand zu bitten? Ich fühle wohl, daß meine Liebe zu ihr keine leere Aufwallung iſt, noch eine jener unüberlegten Leiden⸗ ſchaften, die kein Hinderniß kennen, die aber, ſobald ſie befriedigt ſind, erlöſchen. Auguſtine meine Frau heißen und bloß für ſie leben, würde alle meine Wünſche erfüllen. Aber Frau Luceval iſt reich; nach dem, was ich entnehmen konnte und nach einigen