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Auf dem Wege nach der Straße Aubry⸗le⸗Boucher denke ich über das ſonderbare Benehmen der Frau Luceval nach: ſie kann, wie ſie ſagt, nicht mehr lie⸗ ben, und empfängt faſt alle Tage einen Mann, von dem ſie weiß, daß er ſie anbetet. Sie verbietet mir, mit ihr von meiner Liebe zu reden; doch ladet ſie mich, wenn ich Vormittags gehe, zu einem Beſuch auf den Abend ein. Sie will mir gar keine Hoff⸗ nung geben, erkundigt ſich aber bis auf's Kleinſte nach Allem, was ich treibe, nach allen Perſonen, die ich beſuche, ſie hört gerne, wie ich mir die Zeit vertreibe; endlich will Sie die Billete leſen, welche mir andere Frauenzimmer ſchreiben... Ach! Augu⸗ ſtine verbietet mir umſonſt die Hoffnung. Alles ver⸗ räth mir, daß ſie mich liebt... vielleicht, ohne daß ſie bis jetzt es ſich ſelbſt bekennt; aber durch heiße Liebe werde ich fie wohl dahin bringen, daß ſie mir ihre Gefühle nicht mehr verbirgt.
Da iſt die Wohnung Ninie's; das Haus ſcheint mir noch häßlicher geworden zu ſein als vor zwei Monaten, denn damals zog mich noch Etwas da⸗ hin... Ich ſtehe vor der Thüre. Wenn nur Ninie nicht bei Madame Ballü ſich befindet; ich hätte das
Herz nicht mehr, ſie dort zu beſuchen, noch das Ge⸗
ſchwätz der Madame Mattoux anzuhören.
Doch Ninie iſt zu Hauſe; ſie ſtößt einen Freuden⸗ ruf bei meinem Anblick aus.
„Ah! Sie find es, Herr Paul... Gottlob! daß Sie einmal kommen! ich mußte Ihnen deßhalb ſchreiben.


