läßt. Ich bewundere die Art, wie eine geiſtvolle Frau ihre Gäſte zu ſetzen weiß.
Gegenüber von mir ſitzt ein hagerer, vlaß aus⸗ ſehender Herr, der ſpöttiſch lachen will und kein Wort ſagt, ohne demſelben einen doppelten Sinn zu un⸗ terlegen. Ich bemerke, daß man, ſo oft er ſpricht, zum Voraus lacht. Da ich noch nichts Lächerliches von ihm vernommen habe, ſo fragte ich ganz leiſe Frau von Remonde, wer dieſer Herr ſei.
„Das iſt ein geiſtvoller, ſehr liebenswürdiger, äußerſt ſcherzhafter Mann... O! Sie werden ſe⸗ hen, wie er uns zum Lachen bringt, was für ein Spaßmacher er iſt. Mit unzerſtörbarem Ernſte er⸗ zählt er die heiterſten Sachen.“
„In der That, ich hätte keinen Lacher in ihm geſucht.“
„Er weiß immer eine Menge Anekdoten, anzie⸗
hender Abenteuer... Beim Nachtiſche wird er uns einige erzählen.“ Da dieſer Herr ein Lacher, ein Spaßmacher iſt, ſo will ich den Uebrigen nachmachen und ſeinen Er⸗ zählungen viel Aufmerkſamkeit ſchenken. Da ich ihn aber bis jetzt bloß die Worte ſagen gehört habe: das iſt gut.. das iſt ſehr gut, oder das iſt ausneh⸗ mend gut,“ ſo glaube ich, daß er noch nicht recht im Gange iſt, und will einſtweilen die andern Gäſte muſtern.
Die Frau von Saint⸗Julien unterhält ſich und lacht bereits mit ihren zwei jungen Nachbarn; Hert Melino ſcheint durchaus nicht eiferſüchtig zů ſein, und
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