———
mich nicht, daß viele Leute ſo den Abend zubringen, ohne ſich um die Perſonen, bei welchen ſie ſich be⸗ finden, zu bekümmern.
Habe ich doch ſchon oft geſehen, daß bei ſolchen lärmenden Zuſammenkünften, die man Reunions nennt, die Frau vom Hauſe die Hälfte der Perſonen, welche ſie empfing, gar nicht bemerkte, und ſpäter zu einer ihrer Freundinnen ſagte:„Führen Sie doch den und den Herrn bei mir ein; er ſoll ſehr liebenswürdig ſein!“ worauf die Freundin erwiederte:„Ich habe ihn bereits eingeführt: er war in der letzten Abend⸗ unterhaltung anweſend!“
„Bah!.. wahrlich, ich habe ihn nicht geſehen... Nun! nehmen Sie ihn wieder mit und ſtellen Sie mir ihn vor.“
Endlich ging eine andere Thüre, die jener, durch die wir eingetreten waren, gerade gegenüber war, auf, und eine neue Geſellſchaft füllt vollends den Salon.
An ihrer Spitze ſteht eine Dame, und aus dem Anſtand, womit ſie Jedermann begrüßt, aus ihren verſchwenderiſchen Höflichkeitsbezeugungen gegen die Damen, aus ihrem Lächeln gegen die Herren ent⸗ nehme ich, daß es Frau von Remonde ſein wird. Ich täuſche mich nicht, denn Jenneville nähert ſich ihr bereits und drängt ſich zu ihr durch..
Dieſe Frau iſt ſehr ſchön, hat einen zierlichen, ſchlanken Wuchs und ſehr anziehende Züge; ſie iſt brünett und ihre großen, ſchwarzen Augen haben einen Glanz, welcher durch die Lebhaftigkeit ihrer Blicke noch zuzunehmen ſcheint; ferner einen ſehr zier⸗


