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nicht kommtz er unterhält ſich mit irgend einem Frauen⸗ zimmer ſonſt, während Du weinen möchteſt. Du be⸗ ſitzſt keinen Funken Muth im Herzen.“
Ninie blieb ſtill; ich klopfe, man öffnet mir. Jungfer Charlotte geberdet ſich ſüßlich; Ninie iſt ver⸗ legen und zerkrümpelt ihre Franſen, ohne mich an⸗ zuſehen. Ich hatte ihr die Zuſammenkunft mit Char⸗ lotten verboten, es thut ihr leid, daß ich dieſe bei ihr getroffen habe. Wenn man ſich aber nicht mehr mit den Leuten abgibt, ſo brauchen ſie auch nicht mehr auf unſere Warnung zu hören.
Ich nehme einen Seſſel und ſetze mich; um gegen Ninie zu erklären, warte ich, bis Jungfer Charlotte ſich entfernt hat.
Ninie ſagte endlich mit ſtotternder Stimme:„Char⸗ lotte kam... um mir ein wenig Geſellſchaft zu leiſten
denn da ich gegenwärtig faſt immer allein bin... habe ich Langeweile.“
„Ja,“ ſagte Charlotte,„ich ſuchte ſie zu tröſten und gebe ihr ſicherlich keinen böſen Rath, obwohl man von mir Uebels zu denken ſcheint... Nicht wahr, Ninie, ich habe Dich nie zu ſchlechten Handlungen angeleitet?“
Ninie erwiederte nichts.
„Mein Gott!“ ſagte ich zu Charlotte,„Ninie kann Beſuche annehmen von wem ſie will, und ich ſehe nicht ein, warum Sie ſich bemühen, ihre Abſichten zu rechtfertigen.“ 8
„Ach, ich weiß ſehr gut, daß Sie Rinie jede Zuſammenkunft mit mir verboten haben. Indeſſen
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