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macht, und welche ſich bloß weigert, um uns mehr zu feſſeln; dem iſt nicht ſo: Herminie macht eine Aus⸗ nahme; ihr Herz erglüht, weiß aber die Schwächen ihres Geſchlechtes zu überwinden und ihre Gefühle zu beherrſchen. Um über ſie den Sieg davonzutra⸗ gen, mußt ich ihr eine äußerſt heftige Liebe einflößen, eine Liebe, welche den Stolz ihres Charakters über⸗ wiegen konnte... Ich hatte viele Nebenbuhler.. und wenn Sie Herminie ſehen werden, ſo werden Sie meine Furcht, man möchte mir dieſen Schatz entfüh⸗ ren, gerechtfertigt finden.“
„Mein lieber Jenneville, Sie ſind höchſt ver⸗ liebt.“
„Ja freilich! Ich habe viele Schönen gekannt, aber keine hat mir noch eine ſo heftige, ſo aufrichtige Liebe eingeflößt... Gewöhnlich ſah ich nach Befriedi⸗ gung meiner Wünſche meine Glut erkalten, dießmal iſt es das Gegentheil. Je mehr ich Herminie ſehe, deſto mehr bin ich in ſie verliebt! Auf Ehre, dieſe Frau könnte Alles, was ſie wollte, aus mir machen
Aber Sie werden ſie ſehen, Deligny, Sie müſſen ſi ie ſehen!“
„Sie erweiſen mir alſo die ay nicht mehr mich zu fürchten, oder ſetzen Sie in meine Freundſchaft mehr Vertrauen?“
„Der letztere Grund iſt es, mein Lieber; zudem glaubte ich Herminie zu beleidigen, wenn ich ſie zu jenen Frauenzimmern rechnete, welche einen hübſchen Mann nicht ſehen können, ohne in ihn verliebt zu werden. Ich habe zu viel Mühe gehabt, ihre Gegen⸗


