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feiert hat. Das Glück malt ſich auf dem Geſicht eines Verführers, wie auf dem eines Dichters.
„Ach mein lieber Deligny, es freut mich ſehr, Sie zu treffen,“ ſagte Jenneville zu mir, indem er auf mich zulief;„ich meine, ich habe Sie ſchon eine Ewigkeit nicht geſehen... fünf Tage wenigſtens, und wenn Sie wüßten, wie glücklich ich ſeit dieſer Zeit bin!.
„Sie ſehen ſehr vergnügt aus... welches Glück iſt Ihnen widerfahren?“
„Mein Freund, ich habe triumphirt, ich habe ge⸗ ſiegt, ſie iſt mein, jene Herminie, jene verehrungs⸗ würdige Frau.
„Ach, die Wittwe eines Generals..“
„Die ſchönſte, geiſtreichſte Frau, die ich je geſehen habe. ach, ich habe ihren Widerſtand, ihre Angſt, ihre Weigerung überwältigt, kurz, ich bin der Glück⸗ lichſte auf der Welt...“
Ich weiß nicht, warum mir die vertrauliche Mit⸗ theilung Jenneville's in keinem Verhältniß zu dem Entzücken, das er äußert, zu ſtehen ſcheint, und ich kann mich des Lächelns nicht enthalten, als ich ihm antworte:„Aber ich glaube, mein lieber Jenneville, Sie durften das, was Ihnen widerfahren iſt, vor⸗ ausſehen.. Sind Sie an ſolche Triumphe nicht ge⸗ wöhnt?“
„An ſolche Triumphe? O, mein Freund, man ſieht wohl, daß Sie Frau von Remonde nicht kennen, dieß iſt der Name Herminiens; Sie ſtellen ſich dieſe Frau wie jede andere vor, welcher man den Hof


