Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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veſſen nur zu vft bei uns der Fall iſt und wir ſpäter bereuen.

Das Reſultat dieſer Betrachtungen iſt für meine kleine Franſenfabrikantin nicht günſtig; ich beſuche ſie ſeltener und hätte wohl Luſt, ſie gar nicht mehr zu beſuchen; allein man muß gegen alle Frauenzim⸗ mer jene Rückſichten beobachten, die man nie außer Auge ſetzen darf. Nach meiner Anſicht hat die geringe Arbeiterin ebenſoviel Recht darauf, als die vornehme Dame, denn die Thränen ſind in dem Dachſtübchen eben ſo bitter, als in einem Boudvir, ja ſie ſind dort oft aufrichtiger.

Ach, wenn ich mit jener hübſchen Dame ein Freund⸗ ſchaftsband hätte knüpfen können!.. Der veilchen⸗ blaue Mantel kommt mir immer wieder in den Sinn Welche Anmuth, welcher Reiz, welche verführe⸗ riſche Haltung!.. Das iſt ſicherlich ein vornehmes Frauenzimmer, ich wollte eine Wette eingehen... Die alte Dame, welche ſie in die Oper begleitete, hatte ein ſehr ehrwürdiges Ausſehen.. Als ich ſie im Gaits⸗ Theater allein geſehen habe, wartete man ihrer an der Thüre. ich bin's überzeugt. Wenn jener ver⸗ fluchte Dubvis nicht geweſen wäre, ſo wüßte ich Nähe⸗ res darüber. Der Zufall, welcher mich ſchon zwei Mal neben ſie geſetzt hat, verſchafft mir vielleich dieſes Glück nicht mehr.

Die Ankunft Jenneville's hat meinen Betrachtun⸗ gen ein Ende gemacht; Freude ſtrahlte in ſeinen Augen; ſeine ganze Perſon kündet den Mann an⸗ welcher gerade einen ſchmeichelhaften Triumph ge⸗