Druckschrift 
Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Glauben an den Himmel erſchüttern, der Deiner reinen Seele aufbewahrt iſt!

Weil Du liebſt, Arthur! Weil Deine Liebe zu Marien mächtiger iſt, als Dein Abſcheu vor ihrem Stamme. Darum weiß ich auch, daß Du alle Schuld vergeben haſt, mit der Du mich bis zu dieſer Stunde beladen wähnteſt. Jetzt magſt Du erfahren, daß ich an Iſabellens Hofe die Wahrheit nicht ausſprechen durfte, um nicht ſchweres Leid über die Kinder meines Volkes zu bringen. Arthur, nicht einem Chriſten reichte ich die Hand. Morales und ich waren in früher Jugend verlobt worden, ohne daß ich es wußte, und als die Zeit herankam, durfte ich nicht durch mein Ge⸗ ſtändniß das Herz meines dahinſiechenden Vaters brechen und mein junges Haupt mit ſeinem Fluche Ferdinand Morales war mein Vetter, dem Volke Iſrael entſproſſen, wie ich!

So ſegne Dich Gott für dieſe Worte! rief Arthur in ſchmerzlicher Freude und drückte einen Kuß auf Mariens Stirn, doch entſetzt fuhr er zurück ſeine Lippen hatte kalter Todesſchweiß genetzt! Sie lächelte ſchwach, koſtete einen ſtärkenden Trank, den Julian ihr reichte und hob dann nach einer Weile an:Es iſt jetzt Alles gut; ich mußte Dir es ſagen, damit Du nicht meiner als einer Treuloſen gedächteſt. Und Iſabelle, meine großmüthige, huldreiche Königin, fuhr ſie, ſchwä⸗ cher werdend, fort ſo leiſe, ſo unvernehmlich, Arthur ſich über ſie neigte, um keines ihrer Worte zu verlieren,Arthur, Du ſollſt ihr die Schuld meiner