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Wieder war das Laubhüttenfeſt gekommen. Noch einmal hatte Marie, das Laubzelt zu ſchmücken, Kränze gewunden und prangende Früchte auf den Tiſch geſtellt. Mit ſchwacher Hand zündete ſie am Feſtabend die Lam— pen an ließ ſich dann auf weichem, ſchwellendem Sitze nieder, um durch die loſe gefügten Zweige in das rei⸗ zende Thal zu blicken. Ein Stral der ſcheidenden Sonne fiel durch das ſchräge Laubdach und umſpielte die lieb⸗ lichen Züge der Leidenden, die mit leuchtendem Auge zu ihrem Oheim von den gemüthlichen Freuden dieſes uralten Feſtes ſprach. Auch manches theuren Hauptes gedachte ſie, das einſt um dieſe Zeit in der Laubhütte und dem kleinen Tempel geſehen worden und nun im Schooße der Erde gebettet lag— bis Julian ſich anſchickte, das Zelt zu verlaſſen, um den Abendgottesdienſt im Tempel zu begehen. Doch plötzlich richtete ſich Marie hoch auf; mit dem Blicke einer Seherin rief ſie:„er kommt!“ und faßte zitternd ihres Oheims Hand.
„Ich höre nichts,“ verſetzte Julian, nachdem er eine Weile aufmerkſam gehorcht hatte.
„Hörſt Du es noch nicht,“ ſchrie Marie in höchſter Erregung auf,„es iſt ja ſein Schritt“— und macht⸗ los ſank ſie zurück.
In demſelben Augenblick wurden die Zweige haſtig zurückgebogen, und Stauley trat ein.„Marie, ſo muß ich Dich wiederſehen!“ rief er wehmüthig aus und ſtürzte weinend zu ihren Füßen nieder.


