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MWuche
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mord von ihrer Seite geriſſen, war Julian der Einzige ihres Volks geweſen, der wenige Tage lang ihre Nähe ſuchte. Wehmüthige Erinnerungen an die ſelige Zeit ihrer Kindheit, da der Verſtorbene noch ihr harmloſer Geſpiele geweſen, erfaßte ſie, und überwältigt von dem ſchmerzlichen Gedanken, daß, wäre er nur verſchont worden, alles Leid ihr fern geblieben wäre, ſank ſie auf den feuchten Raſen nieder— aufgelöſt in der einzigen Sehnſucht, dort unten neben Ferdinands modernder Hülle zu ruhen.
Der Leſer erlaſſe es uns, die Scene des Wieder⸗ ſehens zu ſchildern. Julian geleitete die ſchwankende Marie in's Haus, wo er ſie durch Ruhe und heilkundige Pflege wiederherzuſtellen dachte. Aber ſeine Hoffnung war eitel: ihre Kraft war gebrochen, ihre zarte Geſtalt ſchwand ſchnell dahin. Sichtlich lockerer und loſer wur⸗ den die Bande ihres Leibes, doch klarer und ungetrübter trat der Ausdruck ihres engelreinen Geiſtes in ihre Züge— Als ſie in jener Nacht auf das Grab ihres Gatten hingeſunken war, hatte ſie dem Tode in's Auge geblickt, und nicht wie ein finſterer Fürſt des Schreckens war er ihr erſchienen, ſondern wie ein Engel des Lichtes, der die ſchwachen, ſterblichen Glieder mit ſanftem Finger löſet und die befreite Seele der ewigen Heimath zuträgt. Und Julian durfte nicht trauern, denn Mariens Sen⸗ dung war erfüllt. Sie war, von Qual und Drangſal umlagert, ſich ſelber treu geblieben und hatte ein Opfer dargebracht, deſſen Größe nur der kannte, dem es ge⸗ weiht worden.


