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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Marie, giebt es nicht eine Liebe, die Deinem Herzen theurer iſt, als die unſere? Verſuche nicht zu leugnen, was wir ſeit jener Stunde wußten, da wir Dir Arthur's vermeintliche Miſſethat verkündeten. Warum ſonſt hät⸗ teſt Du ſo flehentlich um ſeine Rettung gebeten? Aus welchem andern Grunde hätteſt Du wohl Deinen Glau⸗ ben geſtanden, als um durch Dein Zeugniß ihn nicht zu verderben? Warum kehrteſt Du zu Gefahr und Drang⸗ ſal zurück, da Sicherheit vor Dir lag, und wagteſt Dein Leben, um das ſeine zu retten? Antworte wahr⸗ haftig: Du liebſt Stanley?

Ich habe ihn geliebt, gnädige Herrin!

Und Du liebſt ihn nicht mehr? Marie, ich glaube, es wäre weniger Sünde, ihn jetzt zu lieben, als damals.

Gnädige Herrſcherin, erwiederte Marie,wer kann dem Herzen gebieten? Es war meine erſte Liebe. Aber nie habe ich gegen meinen edlen Gatten geſündigt. Er erfuhr Alles, bevor er von mir genommen ward und vergab mir. O wäre er mir nur geblieben, ſo hätte ſeine Liebe, ſein kindliches Zutrauen jeder Erinne⸗ rung an Arthur den Stachel genommen!

Ich glaube Dir, armes Kind, verſetzte Iſabelle. Aber warum reichteſt Du Morales Deine Hand, da Du doch Arthur liebteſt?

Einen Augenblick hielt Marie inne, dann antwor⸗ tete ſie mit unſicherer Stimme:

Mein Vater wollte es.

Dein Vater? Er gab Deine Hand einem Chriſten?

Er war im Sterben und Keiner fand ſich, ſeine