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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Beſchützerin anrufſt ich werde Dich dann nicht mehr

hören dürfen!

Wenn ich den Verluſt Eurer Huld ertragen kann, ſo iſt mir nichts zu ſchwer, verſetzte Marie langſam und tiefbewegt.Es liegt größere Qual in dem Ge⸗ danken, Euch, meine gnädige Königin, nicht wieder zu ſehen, in Euren Augen fühllos und undankbar zu er⸗ ſcheinen, als in aller Körper- und Seelenpein, die jenes Kloſter für mich aufbewahrt.

Marie! rief Iſabelle, von der Sprache dieſes treuen Herzens ergriffen, und Marie warf ſich auf die Knie und bedeckte ihre Hand mit Küſſen und Thränen.

Es darf nicht ſein, ſprach die Königin nach einer Weile, aber ſie entzog der Knieenden ihre Hand nicht und blickte ihr ſchmerzlich gerührt in das farbloſe Antlitz.Es iſt das letzte Mal; es mag die Wirkung Eurer Zauberkünſte ſein und ich will dafür büßen! Und eine Weile ſtand Iſabella ſinnend und wortlos, als erwartete ſie Mariens letzten und unwiderruflichen Entſchluß. Doch vergebens Marie hatte ihr nichts zu ſagen.

Noch einen Weg, begann endlich die Königin wieder,liegt offen vor Dir. Lange war es unſer Wunſch, das Andenken Deiner unglücklichen Vergangen⸗ heit aus Deinem Gedächtniſſe zu tilgen und Dir eine Zukunft zu bereiten, ſo heiter, als Dein früheres Leben gramerfüllt war. So hat uns denn unſer Beichtvater erlauht, zu verſuchen, ob wir Dich nicht durch Ausſichten auf irdiſches Glück zum ewigen Heile führen könnten.