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vermag ich nicht zu gewähren. Mag immerhin unſer Bekenntniß dem Wahne angehören— es iſt kein Gewand, das wir nach Belieben wechſeln können. Verdammt mich nicht als fühllos und verhärtet, weil mein Glaube mir höher ſteht, als Eure Liebe, die doch nächſt jenem mein theuerſtes Gut iſt!“
„Dein theuerſtes Gut?“ wiederholte Iſabella lang⸗ ſam und beziehungsvoll.„Ich glaube kaum— doch davon ſpäter!— Marie, ich habe meinem Beichtvater verſprochen, in dieſer Angelegenheit nicht läſſig zu ſein. Er hat mich gelehrt, daß meine Zuneigung zu Dir mich nicht zur Fflichtvergeſſenheit verleiten darf. Nicht nur als einem Mitgliede der katholiſchen Kirche, ſondern auch als der Herrſcherin eines katholiſchen Reiches liegt es mir ob, Ketzerei und Unglauben mit rückſichtsloſem Eifer und eiſerner Strenge auszurotten. Alſo befiehlt unſere heilige Kirche im Namen des Erlöſers— darum höre: Du haſt uns lange über Deinen Glauben getäuſcht— das ſei Dir verziehen um Deines edlen Gatten willen. Doch, wenn ich Dich jetzt zu Deinem Volke zurückkehren ließe, ſo geſtattete ich ſtillſchweigend die Fortdauer fre⸗ velhafter Ehebündniſſe, ermuthigte die Heuchelei und gäbe meine Unterthanen der Vermiſchung mit dem gif⸗ tigen Blute des Judenvolkes preis. Darum mußt Du Chriſtin werden. Der Plan, für welchen wir uns ent— ſchieden haben, wird Dich endlich zur Ueberzeugung füh⸗ ren, doch bedingt er lange Jahre geiſtiger und leiblicher Kaſteiung.“
Mariens Lippen zitterten; ſie blickte mit weit geöffneten


