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Marie vermochte nichts zu erwiedern. Schluchzend bedeckte ſie das Geſicht mit beiden Händen, und ihre Thränen floſſen durch die zarten Finger.
„Nicht Thränen begehren wir, Marie,“ fuhr Iſa⸗ bella nach einer Pauſe fort.„Wir verlangen nur einen Beweis Deines dankbaren Herzens: die Annahme einer Lehre, ohne welche das Erdenleben reizlos, das Jenſeits ohne Seligkeit iſt. Du ſollſt den furchtbaren Irrthümern Deines Wahnglaubens entſagen, deſſen Anhänger von Menſchen verachtet und von Gott verworfen ſind.“
„Ja, die Menſchen verachten uns, gnädige Königin,“ verſetzte Marie gefaßter,„aber Gott verwirft uns nicht! Haß und Hohn, die uns treffen, können nur die heilige Wahrheit beſiegeln, daß wir einſt die auserwählten Kinder Gottes waren, die er nach ſeinem heiligen Worte glorreich wieder erheben wird.“
„Marie,“ erwiederte die Königin ablenkend,„nach⸗ dem alle Mühe des Pater Dioniſio vergebens geweſen, wäre es thöricht, wenn wir aufs Neue über Deine Irr— thümer mit Dir rechten wollten. Du ſtehſt hier vor uns, um Deinen endlichen Entſchluß auszuſprechen. Noch einmal frage ich Dich: Iſt es ebenſo wenig den Lehren des Pater Dioniſio, als unſerer eigenen Lang⸗ muth gelungen, Deinen Starrſinn zu brechen?“
„O könnte ich doch glauben nach Eurem Wunſch!“ rief Marie.„Hätten doch jene Lehren mir Ueberzeugung gebracht! Königin, ich könnte freudig mein Leben für Euch hinopfern, um Euch einen Beweis meiner tiefinni— gen Dankbarkeit zu geben— aber was Ihr fordert,


