XXXV.
Mariens frühere Prüfungen waren bittere Seelen⸗ leiden und Folterqualen geweſen; von beiden blieb ſie diesmal verſchont, und dennoch harrte ihrer ein tiefer, unſäglicher Schmerz. Wider Grauſamkeit und Hohn hatte ſie ſich in edlem Selbſtbewußtſein und tiefinniger Zuverſicht behauptet— doch Pater Dioniſio war milde und freundlich. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß ohne den Glauben, welchen die Kirche forderte, keine Soele Erlöſung hoffen durfte, begann er mit aufrichtiger Hingebung das ihm aufgetragene Werk, und je öfter er Marien in ihrer Einſamkeit beſuchte, deſto ſehnlicher wünſchte er ſie zu retten, deſto ſchmerzlicher beklagte er ihren Widerſtand. Er beſchwor ſie mit den rührendſten Bitten, ihren und ihrer Väter Wahnglauben zu verlaſſen, ſchilderte ihr mit der Gluth eines begeiſterten Katholiken den Frieden des Gewiſſens, der ſie als gutes Kind der Kirche hienieden beglücken, und die ungetrübte Seligkeit,


