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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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ſtützen: und er verließ Segovia mit leichtem, hoffnung⸗ geſchwelltem Herzen.

So floſſen Wochen und Monate in immer gleichem Gange ohne erhebliche äußere Ereigniſſe hin. Und den⸗ noch fühlte Marie, daß dieſe glückliche Ruhe, gleich der trügeriſchen Stille vor dem Unwetter, nur die kurze Friſt war, welche neuer Trübſal voranging— ſie wußte, daß kein Kind ihres Volkes ſtraflos in die höheren Kreiſe der Geſellſchaft trat. Und ſie trog ſich nicht. Wieder ſchlug ihr die Stunde der Prüfung, und obgleich ſie gefaßt und vorbereitet war, verrieth doch das Zittern, mit welchem ſie den Willen der Königin vernahm, wie wenig ſelbſt der entſagungsvollſte Sinn ein junges Hers zu Leiden geſchickt macht.

Iſabelle hatte, wie ſie in milden, doch entſchiedenen Worten ausſprach, Marien volle Friſt nicht nur zu leiblicher Geneſung, ſondern auch zur Wiederkehr ihrer Gemüthsruhe vergönnt in der ſichern Erwartung, daß ſie den einzigen ihr auferlegten Beweis eines dankbaren Herzens liefern und mit aufrichtiger Sammlung die Heilswahrheiten des katholiſchen Glaubens erwägen würde, um ſodann in unausbleiblicher Folge das Kreuz zu umfaſſen.„Du mußt es längſt empfunden haben,“ ſprach Iſabelle,„daß Du als Jüdin Dich nicht meiner Huld erfreuen darſſt und wirſt darum die Belehrung des Pater Dioniſiv empfangen, welchen wir zu dieſem