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ſuchte, ihn ins Leben zurückzurufen. Wohl hatte ſie ſchon oft ihren Vater bewußtlos geſehen, aber lag es ihr dies⸗ mal fern, ſich ſelbſt für die Urſache dieſes neuen Anfalls zu halten? Mußte ſie nicht denken, daß ihre Sünde den Vater getödtet hätte, daß er vielleicht nie wieder erwachen würde, um ihr zu ſagen, daß er ihr vergäbe und ſie ſegnete? War es Wunder, daß ſie in jenen bangen Augenblicken, da der alte Mann in ihren Armen zwiſchen Tod und Leben ſchwebte, gelobte, ihren Willen dem ſeinigen zu unterwerfen, ja, wenn er es verlangte, jeden Gedanken an Alles, was ihr theuer war, unwiederbringlich fern zu bannen, wenn er nur einmal wieder zu ihr ſpräche?— Und ihr Gelübde ſchien ſchnell erhört. Allmälig und
unter ſchweren Kämpfen rangen ſich ihres Vaters Lebens⸗
geiſter empor, ſeine halberſtarrten Blicke begegneten den ihrigen wieder, er riß ſeine Tochter krampfhaft an ſich, aber im nächſten Augenblick ſtieß er ſie, wenn auch ſanft, doch entſchloſſen von ſich, bedeckte ſein Geſicht mit beiden Händen und weinte.
Selbſt den gleichgültigen Zuſchauer ſtimmen Män⸗ nerthränen zur Theilnahme— dem eigenen Kinde mußten ſie Folterqualen bringen!
„Ich habe geſündigt,“ ſprach endlich gefaßter Marie, „und hätte ich das Weſen jener Gefühle gekannt, ſo würde ich ihnen nimmer Raum gegönnt haben. Aber ich erwachte zu ſpät, mein ganzes Daſein war in Feſſeln geſchlagen. Dennoch will ich fortan mich dieſer Erinne⸗ rung entreißen, der Schmerz ſoll mir willkommen ſein, wenn ich damit Dein Herz der Freude zurückgeben kann.
Pefihl, nur Dir!
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