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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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widerſtrebende Angſt ſein Ende erwartete, wenn er nur noch die Erfüllung ſeines langgehegten Wunſches ſehen und Ferdinand, der längſt in Ton und Blick ſeine Liebe zu Marien verrathen hätte, als Sohn an ſein Herz drücken könnte. Marie hatte das Unerwartete vernommen, und ſo bleich wurden ihr Wange und Lippe, daß Manuel ſie ängſtlich in ſeine Arme ſchloß und durch freundliches Zu⸗ reden einen Schmerz zu lindern verſuchte, den er der plötz⸗ lichen Erwähnung ſeines nahegeglaubten Todes zuſchrieb. Er ſchilderte alle Seligkeit eines Lebens, das von des edlen Ferdinands Liebe verſchönert würde; höheres Glück, als ihr je gewinkt hätte, innigere Liebe, als ſelbſt ein Vater ihr bieten könnte, ſollte ſie fortan über jede trübe Erinnerung hinwegtragen— aber Marie ſchwieg, von der unerwarteten Mittheilung überwältigt, unfähig, auch nur mit einem Worte des Vaters Rede zu unterbrechen. Erſt als er ſie bat, zu ihm zu ſprechen, ſeinem Tode nicht ſo bange entgegenzuſehen, erhob ſich ihr innerſtes Weſen in ſeiner vollen, allerreinſten Wahrheit gegen den Irrthum, in welchem ihr Vater befangen war. Die Erwähnung ſeines nahen Todes— wie ſehr mufßte ſie ſich bei dieſem Selbſtgeſtändniß haſſen— war ihr minder furchtbar er⸗ ſchienen, als der Wunſch, den er vorher erfüllt ſehen wollte. Sie entriß ſich ſeinen Armen, ſank vor ihm auf die Kniee, barg ihr Geſicht in ſeiner Hand und entdeckte ihm ſtammelnd und ſchluchzend Alles. Wie konnte ſie ihrem edlen Vetter ſo großes Unrecht thun? Wie konnte ſie die Seinige werden, da doch ihr Herz, ihre Gedanken, ja ihr ganzes Leben von dem Andenken eines

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