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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Feiernden. Das Ausbleiben der erwarteten Gäſte ſtörte recht empfindlich des alten Mannes Feſtfreude, und nur mit Mühe verbarg er vor ſeinem Kinde die Befürchtungen, welche ihm aus dieſer Enttäuſchung erwuchſen. Zudem fühlte er noch die Nachwehen eines jener Anfälle von Bewußtloſigkeit, der ihn fünf Tage vor dem Laub⸗ hüttenfeſte am Schluſſe des großen Faſt- und Verſöh⸗ nungstages heimgeſucht hatte. Er hatte freilich Alles glücklich überwunden und tröſtete Marien mit dem Hin⸗ weis auf das lange, beſchwerliche Faſten, das ihn in ſolche Gefahr gebracht hätte, aber er erkannte dennoch klar die Nähe ſeines Todes, und erwartete nur die An⸗ kunft ſeines Neffen, um ihn zum Geſtändniß ſeiner Liebe zu ermuthigen, mit Marien zu verbinden und beide dann auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Was war natür⸗ licher, als daß jede Stunde, die verfloß, ſeine ängſtliche Ungeduld vergrößerte— und doch erſchien Ferdinand noch immer nicht.—„

Es war am Vorabend des Sabbaths. Vater und Tochter ſaßen ſchweigend in dem lieblichen Zelte. Auf Manuels Stirn lag der Ausdruck tiefer Beſorgniß, und Marie, auf welcher die unheimliche Stille ſchwer zu laſten begann, ſchlang ihren Arm um des Vaters Hals und bat ihn aufs Innigſte, ihr die Urſache ſeines Kummers auch diesmal mitzutheilen, wie er es immer ſeit dem Tode ihrer Mutter gethan. Henriquez konnte dieſer liebe⸗ vollen Aufforderung nicht widerſtehen. Und ſo ſprach er denn gegen Marien aus, daß er ſeine Lebenskräfte in ſchneller Abnahme ſchwinden fühlte, daß er jedoch ohne

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