V.
Die Bewohner des Cedernthales bauten jedes Jahr um Michaelis ein Zelt aus Zweigen auf und hei⸗ ligten durch dieſe Sitte ein uraltes Feſt, welches geſtiftet worden zum Andenken an die Zeit, da ihre Väter in der Wüſte Hütten bewohnt hatten. Große Zweige von Palmen, Cedern, Weiden, Akazien und Eichen wurden zu dichten Wänden gefügt und oben zu einem Dache ver⸗ flochteg welches der klaren Bläue des ſüdlichen Himmels den Durchblick nicht verſagte. Das Innere zierten reiche Blumengewinde und Sträuße, die in koſtbaren Vaſen
vom Laubdache herabhingen. Auf den Tiſchen prangten
Trauben, Orangen, Granatäpfel, kurz alle Früchte des Thales in voller Reife, und allerlei Backwerk, von Ma⸗ riens emſiger Hand hergerichtet, verſchönerte das Mahl, welches während der Dauer dieſes Feſtes nur in der Laubhütte eingenommen ward.
Zum Laubhüttenfeſte hatten ſich ſonſt viele von Henriquez Glaubensbrüdern im Thale verſammelt, aber
diesmal waren er, Marie und die Diener allein die
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