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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
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an Gott geſündigt hätte, ſeinem Andenken Raum zu geben. Schon gelang es der Zeit und dem Gebet, Marien über dieſen erſten ſchweren Kampf hinwegzutragen, ſchon wähnte ſie ſich Siegerin über ihr langgeprüftes Herz, als Arthurs unerwartete Erſcheinung den kaum gewonnenen Frieden unwiederbringlich verſcheuchte und jedem todtgeglaubtem Gefühle neues Leben einhauchte. Wohl blieb Marie unerſchütterlich in jener peinlichen Zuſammenkunft, wohl beſaß ſie Selbſtverläugnung genug, den ungeſtümen Mann in ihr verhängnißvolles Geheimniß einzuweihen, damit er ihrer vergeſſen und ſeine Liebe in Abſcheu verwandeln möchte, aber als er auch dieſer Schranke nicht achtete, da ſchloß ſie willenlos den edelmüthigen, zagloſen Fremdling immer tiefer in ihr Herz, ſo verzweiflungsvoll ſie auch ringen mochte, ſeiner nicht mehr zu gedenken.

Gar oft ſehnte ſie ſich, ihrem gequältem Herzen Er⸗ leichterung zu gewähren und ihrem Vater Alles, Alles zu ſagen, aber nur zu wohl wußte ſie, daß ein ſolches Geſtändniß ihn nicht nur betrüben, ſondern auch zu har⸗ ten Worten ſtimmen mußte, und wie ſchonungslos ſie ſich auch ſelbſt verdammte, ſo zitterte ſie doch vor dem Gedanken, die Regungen ihres tiefinnerſten Lebens von Andern verurtheilt zu wiſſen.

Zur Zeit, da Arthur ſo unerwartet das Cedernthal beſuchte, war Manuel Henriquez zufällig in die Umge⸗ gend verreiſt, aber er blieb länger als gewöhnlich aus, und ſowohl Marie als die Diener des Hauſes ſahen ſeiner Rückkehr unruhig entgegen. Endlich kam er. Ihn hatten, als er ſich eben zur Rückreiſe anſchickte, eigenthümliche

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