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theuerſten Wunſch, Mariens dereinſtige Verbindung mit ih⸗ rem Vetter, verſchwieg er ihr und erwartete in ruhiger Zu⸗ verſicht den Tag, da Ferdinand, deſſen Neigung er längſt erkannt hatte, kommen würde, um die Hand ſeiner ſchö⸗ nen Muhme zu werben. Und ſo war Niemand, der Marien warnte, als im täglichen Umgange mit Arthur Stanley neue und innige Gefühle in ihr junges Herz einzogen, und ſeine Gegenwart, ſeine Stimme, der Druck ſeiner Hand ſie mit den Wonneſchauern tief innerer, nie geahnter Seligkeit erfüllte.
Es war freilich nur ein flüchtiger Traum, denn einſt, als Arthur dringend zu ihrem Herzen ſprach, ſie anflehete, die Seine zu werden, ſtiegen plötzlich vor ihren inneren Augen die unüberſteiglichen Schranken ihrer Glaubens⸗ verſchiedenheit auf gleich ſchwarzen Schatten, die zwiſchen ihr und dem geliebten Fremdling lagerten. Wohl konnte ſie Familie und Glauben opfern, aber die Möglichkeit eines ſolchen Schrittes war dem unbefangenen Sinne Ma⸗ riens völlig fremd; ihr ſchlichtes, kindliches Gemüth ver⸗ ſtand ſich nicht auf die Dialektik der Verhältniſſe, ſie ſeufzte vielmehr zerknirſcht unter dem Bewußtſein, ihr Herz ſo ſündiger Liebe geöffnet zu haben.
Manuel Henriquez führte ſeine Tochter ins Cedern⸗ thal zurück, ohne Ahnung der Gefahren, deren er ſie preisgegeben hatte. Sie war immer ſinnend und ſtill geweſen, darum konnte ihn ihr ernſtes Weſen nicht über⸗
raſchen. Fünfzehn Monate hindurch verſuchte ſie, jede Funfz
Erinnerung an Arthur zu bannen, und nur in dem ſtillen Bekenntniß, daß ſie durch ihre Liebe zu ihm ſchwer


