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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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dienſt ihrer Väter. Auch war die kleine Familie nicht ohne Erlebniſſe. Heirathen zwiſchen Vettern und Muhmen wurden geſtiftet und vermehrten die Zahl der Thalbe⸗ wohner; wie aber überall neben dem aufblühenden Leben der Tod ſeine Sichel ſchärft, ſo ſank auch hier manches theure Glied der Verwandtſchaft ins Grab. Auch, Tren⸗ nungen gab es, denn Ferdinand und Joſephine zogen hinaus in das bewegte Leben der Außenwelt, während Manuel, Henriquez Sohn, und ſeine Richte Marianne ihr einziges Glück unwandelbar in der ſtillen Abgeſchie⸗ denheit des Thales fanden. Auch Henriquez zweiter Reffe, Julian, hatte geliebt, aber ſein Bruder war der glück⸗ lichere Bewerber Mariannens geweſen, und ſtill entſagend, doch unfähig, länger in der Nähe der noch immer Ge⸗ liebten zu weilen, hatte der Verſchmähte dem Schauplatz ſeiner Kindheit Lebewohl geſagt. Er war von Jugend auf ſchwermüthig und ſtill geweſen, das Andenken an ſeines Vaters Schickſal war tief und unauslöſchlich in ſein Herz gegraben, und mit heiligem Eide hatte er ge⸗ lobt, den fluchwürdigen Mord als Mann dereinſt zu rä⸗ chen. Eine Jeit lang vermochte die Liebe zu Joſephinen ihn milder zu ſtimmen, doch als das herbe Leid der Entſagung ihn getroffen, mußten jene finſteren Rache⸗ pläne den Schmerz verſchmähter Liebe betäuben helfen, und lebhafter als je kehrte das alte Gelübde in ſeine Er⸗ innerung zurück.

Julians Bruder und deſſen Weib ſuchten immer wieder das Cedernthal auf, mindeſtens fehlten ſie nie, wenn die großen Hauptfeſte, welche um die Oſter- und

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