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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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dann

XI

in die Bäder von Langenſchwalbach. Doch weder Bäder noch Mineralwaſſer brachten ihr Erleichterung; einſt in der Nacht wurde ſie von heſtigen Krämpfen überfallen und den folgenden Tag wieder nach Frankfurt geſchafft. Feſt überzeugt, daß Geneſung nun unmöglich ſei, erwartete ſie ruhig und gefaßt die Ankunft des Todes, und obſchon die Sprache ſie verlaſſen hatte, ſo war ſie doch im Stande, ihre Bedürfniſſe und Wünſche durch Zeichen mitzutheilen. Ihr ſehnlichſter Wunſch war r, ihre Mutter zu tröſten; und wenn auch ihre Zunge 3. weigerte, ihr Amt zu verrichten, ſo flehten doch jene abgezehrten Finger die Mutter an, geduldig zu ſein. Die letzte Bewegung, die ihre Finger machten, war, um die Worteobſchon er mich tödte, doch will ich auf ihn vertrauen, zu buchſtabiren; und als dieſe ihrem Villen nicht mehr Folge leiſten wollten, pflegten ihre liebenden Augen ihre Mutter zu ſucheu und dann auf⸗ wärts zu blicken, andeutend, daß ſie ſich einſt wieder begegnen würden. Sie ſtarb im September des ge⸗ nannten Jahres. Sie liegt auf dem jüdiſchen Gottes⸗ acker zu Frankfurt am Main begraben; auf dem Steine, welcher das Grab bezeichnet, befindet ſich ein Schmetter⸗ ling und fünf Sterne, darunter die Inſchrift:Sie wird gerühmt von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden ſie loben in den Thoren. Spr. Cap. 31, V. 31. Ihr Tod wurde beſonders in England und Amerika tief betrauert; auswärtige Freunde ergoſſen ſich in Klagen, Privatfreunde drückten ihren Schmerz in Poeſie und