Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859) The mother's recompense
Entstehung
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bei Deinen Grundſätzen iſt dies unmöglich. Deine Geſell⸗ ſchaft, Dein Einfluß auf das Gemüth unſerer Kinder iſt viel zu koſtbar, als das man leicht wünſchen könnte, denſel⸗ ben entbehren zu müſſen, wie es der Fall ſein würde, wenn Du Dich verheiratheteſt. Um Deiner ſelbſtwillen, Ellen, bedaure ich es, und um Deſſen willen, den Du er wählen würdeſt, daß Du, die Du gleichſam geſchaffen biſt, die Freuden zu genießen und zu geben, welche die Pflichten einer glücklichen Gattin und Mutter begleiten, dieſelben nie mals kennen lernen kannſt, daß Du ungeliebt von einem Gatten und einem Kinde, die theuerſten Banden auf Erden, ins Grab gehen wirſt.

Du haſt Recht, St. Eval, es ſind die theuerſten Bande auf Erden, aber auch uns, die wir ſie nie kennen lernen, bleiben noch Freuden, die Freuden der Liebe. Glaubſt Du nicht, daß es mir Freude machen muß, wenn ich weiß, daß es meine Aufgabe iſt, das Alter der lieben zärtlichen Hüter meiner Jugend zu erheitern und zu pflegen; wenn ich ſehe, daß mich das liebende Lächeln und die freundlichen Worte aller meiner Brüder und Schweſtern begrüßen, wenn ich ſehe, daß ihre Kinder ſich um mich ſchaaren, ſobald ich eintrete, und jedes zuerſt von mir ein Lächeln oder einen Kuß zu erhalten ſucht; wenn ich weiß, daß ich meinen Mitge⸗ ſchöpfen, ich meine nicht Denen meines Standes, ſondern Denen, die unter mir ſtehen, von Nutzen ſein kann, wenn ich mir bewußt bin, daß ich in allen Vorfällen des Lebens, namentlich in Krankheit oder Trübſal, wenn Diejenigen, die ich ſo liebe, meiner Gegenwart bedürfen, oder wenn ich fühle, daß ich ihnen Troſt und Theilnahme bringen könnte, wenig⸗ ſtens zu ihnen eilen kann, da ich kein Band habe, das mir theuerer iſt, und keine Pflicht gebieteriſch mich von ihnen zu⸗ rückhält ſind das nicht Rückſichten genug, die ein unver heirathetes Leben zu einem glücklichen machen können, St. Eval? Kann ich nicht ſelbſt von dieſem ruhigen, ungetrüb⸗ ten Strome des Lebens Blumen pflücken?

Du würdeſt ſie pflücken, wohin Du auch geſtellt würdeſt, meine liebe, edle Ellen, ſagte der Graf mit einer Wärme,