Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859) The mother's recompense
Entstehung
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ſind, aber glaube mir, lieber St. Eval, es wird meine Schuld ſein, wenn ſie mich nicht lieben.

Ich glaube es Dir, erwiderte der Graf warm.Ich habe nur eins zu bedauern, Ellen, wenn ich ſehe, daß Du ſo viele kleine Geſchöpfe liebſt, und von ihnen geliebt wirſt.

Und was kann das ſein? Das es nicht Deine eignen ſind, mein liebes Mädchen.

Ich kann Dir nicht ſagen, wie ſehr es mich dauert, daß Du

den Entſchluß gefaßt haſt, immer unverheirathet zu bleiben. Es ſind ſehr wenige unter der Zahl meiner Freundinnen, die ſich ſo ſehr eigenen, eine Ehe glücklich zu machen, ſehr we nige, die eine beſſere Mutter ſein würden, und ich kann nur beklagen, daß Niemand da iſt, dem Du dieſe liebenswürdigen und ſchätzbaren Eigenſchaften zu widmen geneigt ſcheinſt.

So beklage es nicht mehr, mein lieber St. Eval, er widerte Ellen ruhig, doch mit Gefühl;ich danke Dir für die hohe Meinung, die Du von mir hegſt, wiewohl ſie mir zu ſchmeichelhaft zu ſein ſcheint, aber bedauere nicht länger, daß ich mich entſchloſſen habe, unverheirathet zu bleiben, glaube mir, für mich hat das keine Schrecken. Unverhei⸗ rathete Mädchen haben mehr Gelegenheit Gutes zu thun, um Andere glücklich zu machen, als Mütter und Frauen, und wenn dies der Fall iſt, iſt es nicht unſere Schuld, wenn wir nicht glücklich ſind. Ich geſtehe zu, daß das einſame Leben, welches ein älteres Mädchen führt, wenn das Herz dazu geneigt iſt, eben ſo leicht zu Selbſtſucht, mürriſchem Weſen und Starrſinn führen kann. Aber ich hoffe, daß ich mir dieſe Eigenſchaften niemals aneignen werde. Es kann nicht geſchehen, ſo lange mir die geliebte Tante und der theure Onkel erhalten bleiben, was ich noch für viele, viele Jahre hoffe, und ſelbſt wenn ſie mir entriſſen werden ſollten, ſo habe ich noch ſo Viele, die mich lieben, ſo Viele, die ich liebe, daß ich keine Veranlaſſung, keine Zeit zur Selbſtſucht haben kann.

Mißverſtehe mich nicht, Ellen, erwiderte St. Eval; ich wünſche nicht, Dich verheirathet zu ſehen, weil ich fürchte, daß Du wie manche andere Unverheirathete werden würdeſt,

Der Lohn einer Mutter. II. 21