„Vor zwanzig Jahren, Karoline? O welch eine Zu⸗ muthung! Allan hat mehr von dem Tollkopf, der ich damals war, daher kann ich beſſer auf ſeine Gefühle eingehen. Warum aber iſt die Familie der Mrs. Cameron heute nicht hier? Ich hoffte ſie geſtern zu treffen.“
„Sie bringen dieſen Winter bei Sir Walther und Lady Cameron in Schottland zu,“ erwiderte Lady St. Eval, „Florence erklärte, ſie würde keine Entſchuldigung anneh⸗ men; auch der Marquis und die Marquiſe von Malvern, nebſt Emely und Louis ſind dort, und in acht oder vierzehn Tagen wird ſich Lady Alford ihnen anſchließen.“
„Ihr wart den letzten Sommer dort, nicht wahr?“
„Ja wohl, ſie ſind eins der glücklichſten Paare, die ich kenne, und ihr Gut iſt ſehr ſchön. Florence erklärte, daß, wenn Walther Scott noch lebte, ſie ſich von ihm zu ſeiner Hel⸗ din, ihren Gatten zu einem Helden machen undſich einige Jahr⸗ hunderte zurückverſetzen laſſen würde, um auf dieſem roman⸗ tiſchen Gute eine Reihe von intereſſanten Scenen zu ſpielen.“
„Er hätte Cameron's erſte Liebe getödtet und ihn in Verzweiflung gebracht, und hätte dann Florence zur Tröſterin gemacht, die ſeine Verzweiflung verſcheucht hätte, anſtatt ihn ſo unromantiſch ſeine Liebe unterdrücken zu laſſen, weil ſie unerwidert blieb. Wahrhaftig, ich könnte eine eben ſo gute Geſchichte machen, wie Sir Walther; wenn ſie mich reichlich belohnen will, ſo will ich anfangen.“
„Das thuts nicht, Lord Delmont, das iſt viel zu pro⸗ ſaiſch,“ erwiderte Mrs. Percy Hamilton lächelnd.„Es iſt eine ſehr unpaſſende Frage, aber wer war Sir Walther's erſte Liebe?“
„Weißt Du das nicht? Eine gewiſſe Freundin von Dir, die ich quäle, indem ich erkläre, daß ſie unverwundbar für die Pfeile eines kleinen Gottes iſt,“ erwiderte er heiter.
„Sie mag unverwundbar für Amor ſein, aber ſicher nicht für jede andere Art von Liebe,“ bemerkte Lady St. Eval, indem ſie auf Mrs. Perey's Andeutung lächelnd auf Miß Fortescue hinwies, die von einer Gruppe von Kindern umgeben war und auf ihrem ausdrucksvollen Geſicht unwider⸗


