bere Arbeit geliefert hat, welche letztere ich der erſteren vorziehe.“
Ellen unterwarf ihre Arbeit, ohne zu antworten, den for⸗ ſchenden Blicken ihrer Tante und kniete auf einem Stuhle zu ihren Füßen, ohne ſich vor dem Urtheil zu fürchten, das dieſelbe fällen würde.
„Wirklich, Ellen, ich neige mich Emmelinens Meinung zu, und glaube, daß eine magiſche Gewalt in Deiner Bruſt thätig iſt,“ bemerkte Mrs. Hamilton, als ſie die kleinen Sachen mit offenbaren Zeichen der Zufriedenheit zuſammen⸗ legte.„Wie Du die Fertigkeit erlangt haben kannſt, ſo nett und raſch zu arbeiten, während ich kaum eine Nadel in Dei⸗ ner Hand geſehen habe, kann ich nicht begreifen. Ich will Dich zu meiner Obernätherin ernennen, und ſage Dir außer⸗ dem meinen aufrichtigen Dank für den Beiſtand, den Du mir geleiſtet haſt.“
Ellen drückte die Hand ihrer Tante ſchweigend an ihre Lippen, denn eine Bewegung, die Mrs. Hamilton nicht be⸗ greifen konnte, erſtickte ihre Stimme.
„Was fehlt Dir, meine Liebe, iſt Dir heute etwas zuge⸗ ſtoßen? Du ſiehſt bläſſer und ſchwermüthiger aus als ſonſt; ſage mir, was Du haſt“
„Erinnerſt Du Dich nicht, haſt Du vergeſſen, was ſich vor drei Jahren an demſelben Tage, in derſelben Stunde, in demſelben Zimmer ereignete?“ fragte Ellen faſt unhör⸗ bar, und ihre Wange wurde ſo weiß wie ihr Kleid, als ſie ſprach
„Warum in einem ſolchen Augenblicke an die ſchmerz⸗ liche Vergangenheit erinnern, mein liebes Mädchen? Haſt Du ſie nicht durch dreijährige unabläſſige Redlichkeit und Tugend geſühnt? Ich hatte gehofft, daß die Erinner⸗ ung Dich ſchon lange nicht mehr guälte,“ erwiderte Mrs. Hamilton theilnehmend, indem ſie ihre Lippen auf die Stirn ihrer Nichte drückte.
„Das kann, das wird nie der Fall ſein, bevor—“ eine ſtarke, faſt furchtbare Bewegung hinderte ſie, alles zu ſagen, was ſie wünſchte, und indem ſie Mrs. Hamilton eine kleine


