Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859) The mother's recompense
Entstehung
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benachrichtige, daß ſie die Abſicht hätten, ſich binnen kurzem von Leith nach den Niederlanden einzuſchiffen, und von dort aus Deutſchland und Italien zu bereiſen, ſo daß ſie erſt nach einiger Zeit zurückkehren würde, wo ſie hoffe, daß die gegen⸗ wärtige Aufregung über ihr Benehmen ſich gelegt haben werde, und daß die Strenge ihres Vaters ſie zu dieſem Schritte veranlaßt habe. Wäre er ſo gut wie andere Väter geweſen, ſo würde ſie ihre eigenen Wünſche geopfert haben, in dem Bewußtſein, daß ſein Grund, weshalb er ihre Ver bindung mit Alphingham nicht zugeben wolle, ein guter ſei, wenn er denſelben auch geheim halte; aber da von Kindheit an jeder ihrer Wünſche unvernünftiger Weiſe gekreuzt wor⸗ den ſei, habe ſie in einem ſolchen Falle für ſich ſelbſt wählen müſſen. Es würde ihr leid thun, mit ihrem Vater in Feind⸗ ſchaft zu leben, aber ſelbſt wenn es der Fall ſein ſollte, ſo könne ſie den Schritt nicht bereuen, den ſie gethan habe. An ihre Mutter ſchrieb ſie, als wenn ſie von ihrer Verzeih⸗ ung, oder vielmehr von ihrer fortdauernden Liebe überzeugt wäre; ſie ſchien es nicht für nöthig zu halten, um Verzeihung zu bitten, indem ſie ſagte: ſie glaube, ihre gute und nach⸗ ſichtige Mutter würde ihre Verbindung mit Lord Alphing⸗ ham nicht beklagen, wenn ſie ihr feierlich verſichere, daß ſie dieſelbe glücklicher gemacht, als ſie jemals geweſen. Dies war nach Lilla's Bericht der Inhalt ihres Briefes; aber das warmherzige Mädchen konnte nicht ohne Entrüſtung über den gänzlichen Mangel an Liebe, der darin athmete, er⸗ zählen. Ihre Mutter, fuhr Lilla fort, ſei in einem höchſt beunruhigenden Zuſtande, ſeitdem ſie den Brief erhalten, aber ſie glaubte, derſelbe ſei mehr durch die Furcht, was ihr Vater bei ſeiner Rückkehr ſagen würde, als durch Annie's Betragen veranlaßt.

Als Mrs. Hamilton Lady Helen ſah, fühlte ſie, daß Lilla Recht hatte. Die unglückliche Mutter beklagte ihre Sorgloſigkeit, ihre Gleichgültigkeit und Annie's Undankbar⸗ keit, aber offenbar herrſchte zu oberſt in ihrer Seele die Furcht vor ihrem Gatten, eine Furcht, die ſie durch eine Folge von heftigen hyſteriſchen Anfällen ſo krank machte,

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