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während ſo viele Segnungen Dich umgeben, meine Em⸗ meline ihrer Mutter ein wirkliches Unrecht zufügt, indem ſie meinen Charakter nicht nur in den Augen der Welt, ſon⸗ dern auch meiner liebſten Freunde zweifelhaft macht, wird ſie dann nicht alles Mögliche thun, um wieder das leichtherzige Mädchen von früher zu werden?
„Ich wäre Deinem Charakter zu nahe getreten, liebſte Mutter?“ rief ich mit großem Erſtaunen aus;„in welcher Weiſe?“
„Ich will es Dir ſagen; es giebt viele nicht nur unter meinen Bekannten, ſondern auch meinen Freunden, auf deren Anſicht ich wirklichen Werth legen, welche glauben, daß ich dieſe ganzen Jahre her ſehr unrecht gethan habe, indem ich Dir und Karoline nie geſtattet, London zu beſu⸗ chen. Sie meinen, daß ich durch dieſe ſtrenge Zurückgezo⸗ genheit Euch beide ganz unfähig gemacht habe, die Stellung in der Welt einzunehmen, die Eurem Stande zukommt. Daß Ihr durch das beſtändige Alleinleben mit uns und die Fern⸗ haltung von der Geſellſchaft Anſichten eingeſogen habt, die mindeſtens geſagt, altfränkiſch und romantiſch wären, und die Euch beiden es ſehr unbehaglich erſcheinen laſſen würden, wenn Ihr in London in die Geſellſchaft eingeführt werdet. Dieſe Befürchtungen kamen mir in den Sinn; ich wünſchte, daß Ihr Ideen in Euch aufnehmen ſolltet, die allerdings etwas verſchieden von den allgemeinen Forderungen der Mode wären, und ich zweifelte nicht, daß das unbehagliche Gefühl, vor dem die Briefe meiner Freundinnen oft warnten, ſich raſch verlieren würde. Aber ſeitdem wir hier ſind— ich will Dir nicht noch mehr Kummer machen, meine liebe Emme⸗ line— muß ich geſtehen, daß Dein Benehmen mir die ſchmerzlichſte Reue verurſacht hat. Ich dachte in der That, meine Freundinnen hätten recht, und ich hätte ſeit Jahren nach einem unverſtändigen Plane gehandelt, und meine Maß⸗ nahmen, anſtatt zu Eurem künftigen Glücke beizutragen, hätten nur zu Schmerz und Elend geführt, was wermieden worden ſein würde, wenn ich wie andere Mütter meines Standes gehandelt.“


