ſpringen, aber das ſind blos Blumen, die aus einer unſterb⸗ lichen Wurzel emporwachſen. In Gottes Wort allein liegt unſere Sicherheit, darin allein unſere Stärke, unſere Freude, und die kannſt Du immer noch haben, mein Sohn, wiewohl Du weit von uns entfernt und in einer eigenen kleinen Welt biſt, die ihre beſonderen Intereſſen und Ver⸗ ſuchungen hat. Nimm dieſe kleine Bibel. Sie iſt achtzehn Jahre mein beſtändiger Begleiter geweſen, und Niemand als Dir würde ich ſie ſchenken. Wenn Du fürchteſt, daß Deine beſſeren Gefühle ſchwanken, ſo lies darin, laß Dich durch ſie leiten, wenn auch zuerſt nur um deren willen, die Du liebſt. Ich fürchte nicht, daß Du es nicht ſehr bald um ihrer ſelbſt wil⸗ len thun wirſt. Sie trägt einen Namen, der ſie Dir immer heilig erſcheinen laſſen wird, wie ſie es mir geweſen iſt.“ Edward ſchlug ſie raſch auf.„Charles Manvers!“ rief er aus,„mein Onkel, der Seemann, deſſen Gedächtniß Du mir ſo lieb gemacht haſt. Es iſt wirklich ein Amulet, liebe Tante, und Du ſollſt nie bereuen, daß Du mir ein ſo koſtbares Ge⸗ ſchenk gemacht haſt. Aber wie kamſt Du dazu?“
„Er kam zu mir, ehe er ſeine letzte Fahrt machte, und bat mich, die Bibel mit ihm zu tauſchen, damit wir in unſern ernſten Augenblicken an einander gedächten. Es war eine ſo ungewöhnlich ernſte Rede für ihn, daß ſie mich wie eine Vorbedeutung berührte, und nur zu bald ging ſie in Erfül⸗ lung. Ich ſah ihn nie wieder, und dies kleine Buch gewann natürlich an Werth.“ Ihre Stimme ſchwankte, denn immer noch war ihr die Erinnerung an ihren Bruder ſo theuer, daß ſie nie ohne Bewegung von ihm ſprechen konnte. Ed⸗ ward wiederholte ſeine Verſicherung, daß ſie ihm eben ſo werthvoll ſein werde, und fügte hinzu:„Ich habe oft ſelt⸗ ſame Phantaſie von Onkel Charles gehabt, Tante, und wünſchte mir den Befehl eines Schiffes, um an der Küſte von Algier herumſchwärmen und etwas Näheres über den Leander erfahren zu können. Ich kann gar nicht glauben, daß er ertrunken iſt, und doch iſt es ſchrecklich, mir ihn als Sclave zu denken.“
„Es iſt auch nicht wahrſcheinlich, mein lieber Sohn.
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