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Die Thränen mochten allerdings raſcher fiießen, als ſie die Stimme der Liebe hörte, aber es lag etwas Heilendes in ihnen, und als ihre Tante ſie verließ, um zu Edward zu gehen, ließ ſie ihm mit einem zärtlichen Gruß ſagen, daß ſie ſich wohler befinde und daß ſie in ein Paar Tagen um ſeinet⸗ willen glücklich, ganz glücklich ſein werde.
Es war ſpät, als Mrs. Hamilton ihren Neffen verließ. Wir wollen nicht wiederholen, was Alles zwiſchen ihnen vor⸗ ging, was alles dieſe zärtliche, treue Verwandte ſo dringend, ſo bittend ſagte. Sie hatte noch niemals ihrem Neffen viel guten Rath in Worten gegeben, denn ſie fühlte, dieſes Amt verrichte beſſer Mr. Howard und ſein Onkel; ſie hatte nur Einfluß auf ihn durch die Macht der Liebe, der Geduld, der Theilnahme an ſeiner Reue und des Mitleids für ſeine Ver⸗ irrungen geſucht. In der unglücklichen Zeit, in der furchtbaren Angſt, die Ellens Gefahr ihr perſönlich verur⸗ ſacht hatte, hatte ſie niemals geſprochen oder auch nur ein Wort fallen laſſen, welches ihm, als dem Urheber von dem Allen, einen Vorwurf gemacht hätte, und deshalb gab ſie nun ihrer beſorgten Liebe Worte, ſie waren aber ſo, daß ihr Neffe ſie nie vergaß.„Es iſt mir nun,“ ſagte er zum Schluß ihrer Unterredung,„als wenn mich nichts verſuchen könnte, wieder auf Irrwege zu gerathen, aber Tante Emme⸗ line, das dachte ich auch, als ich früher die Heimath verließ, aber ihre Einflüſſe verließen mich, als wenn ſie nie dagewe⸗ ſen wären. Es mag wieder ſo ſein, und giebt es nicht ſolche Unglückliche, die Alles, was ſie lieben, elend machen?“
„Nein, gewiß nicht, wenn ſie die Einflüſſe des Eltern⸗ hauſes mit ſich nehmen, mein lieber Sohn. Sie verließen Dich, weil durch die ſchlauen Gefinnungen eines unglückſeli⸗ gen Menſchen Deine Religion erſchüttert wurde, und Du mit Verachtung und Unglauben die einzige Sicherheit von Dir warfſt, welche die Jugend hat, Gottes heiliges Wort. Die Einflüſſe Deiner Erziehung ſind allein darauf begrün⸗ det, mein Edward. Sie erſcheinen vielleicht dem blos zu⸗ fälligen Beobachter nur als Liebe, Nachſicht, Friede und Freude, die aus unſchuldigen und glücklichen Herzen ent⸗


