Druckschrift 
Erziehungs-Resultate : eine Erzählung für Mütter und Töchter / nach dem Englischen von Grace Aguilar
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Denke, wie viele Jahre verfloſſen find. Aber ſo ſchmerz⸗ lich es iſt, wir müſſen uns trennen, Edward, ich darf Dich nicht länger vom Schlafen abhalten. Gieb mir nur noch ein Verſprechen. Wenn Du jemals wieder in Verſuchung und auf Irrwege geführt wirſt, und das iſt möglich, denn bisweilen laſſen uns unſere feſteſten Entſchlüſſe im Stich, ſo ſchreibe mir offen, freimüthig, ohne den mindeſten Rückhalt, erzähle mir Alles, und wenn Du Hülfe brauchſt, ſo verlange ſie, und ich werde ſie Dir geben, und wenn es möglich iſt, das Mißfallen Deines Onkels Dir erſparen. Ich fürchte nicht, daß, indem ich Dir dies ſage, ich Deine Entſchlüſſe ſchwäche, ſondern ich will nur vermeiden, daß aus Furcht vor dem Zorne des Onkels aus einem Fehler viele werden. Erinnere Dich, mein lieber Sohn, Du haſt einen Anſpruch an mich, den keine Verirrung, kein Vergehen löſen kann, da ich dem Retter meines Gatten niemals die Liebe entziehen kann, die ich zu Dir habe. Du wirſt mich Deine edle That mit all der Liebe, der Bewunderung betrachten laſſen, die ſie ver⸗ dient; verſprich mir, daß Du in allen Verlegenheiten oder Ver⸗ irrungen, mögen ſie groß oder klein ſein, an mich ſchreiben willſt, wie Du an Deine geliebte Mutter geſchrieben haben würdeſt, und ich werde keine Furcht mehr haben. Edward verſprach es, aber ſein Herz war ſo voll, daß er nicht länger an ſich halten konnte, und als Mrs. Hamilton ihn in einer ſtummen Umarmung an ihr Herz ſchloß, weinte er an ihrer Bruſt wie ein Kind.

Fünfunddreißigſtes Kapitel.

Das Geburtstagsgeſchenk.

Heiter und ruhig, wie der Lauf ihres ſchönen Fluſſes, floſſen nun den Bewohnern von Dakwood die Tage dahin. Briefe kamen von Edward ſo häufig und ſie athmeten ſolche