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Erziehungs-Resultate : eine Erzählung für Mütter und Töchter / nach dem Englischen von Grace Aguilar
Entstehung
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die blauen Adern auf der Stirn, am Halſe und an den Händen deutlich ſehen konnte. Die dunklen, weichen Wim⸗ pern ſchienen länger als ſonſt. Die Stirn war wie gemalt, und das Auge ſprach ein ſo tiefes, ruhiges Gefühl aus, daß ihr ganzes Weſen ſich verändert zu haben ſchien, und daß man glauben mußte, das ſchwermüthige blaſſe Kind ſei raſch eines jener liebenswürdigen, herzgewinnenden Mädchen ge⸗ worden, die, ohne wirkliche Schönheit, nicht unbemerkt blei⸗ ben können.

Auf Ellens dringende Bitte hatte Mrs. Hamilton, ſo⸗ bald ſie ſtark genug war, Morgens und Abends die Gebete mit ihr geleſen, welche unten in der verſammelten Familie geleſen wurden. Mrs. Hamilton nahm bald wahr, und zwar mit nicht geringem Schmerze, daß Ellen vor dem Gedanken, ſich wohl genug zu befinden, um ſich ihnen wieder anſchließen zu können, wahre Furcht hegte. Das war wieder eine Wir⸗ kung derſelben lebhaften Phantafie, von deren Vorhandenſein Mrs. Hamilton bis zu den letzten Ereigniſſen bei einem ſo ruhigen, ſcheinbar ſo kalten Kinde nicht die mindeſte Idee hatte. Ellen war ſo lange gewöhnt geweſen, ihre Gefühle zu verſchweigen, ja ſie ſorgfältig zu verbergen, daß, ſo ſehr ſie auch Aufrichtigkeit wünſchen und wollen mochte, ihre Tante doch fürchtete, es würde ihr noch manche Schwierig⸗ keit verurſachen, und ſie konnte nicht hoffen, ihre Phantaſie zu zügeln, bevor ſie nicht offen ſich ausſpräche. An dieſem Abend gab ihr indeß Ellens rückhaltloſes Vertrauen einige Hoffnung. Als das Gebet vorüber war, an dem ſie mit mehr als gewöhnlicher Inbrunſt Theil genommen hatte, ſagte ſie faſt mit Emmelinens Offenheit, indem ſie ihre Hand auf die ihrer Tante legte:„Ich bin heute Abend ſo ſehr, ſehr glücklich, liebe Tante, daß ich fürchte, ich denke nicht genug an das Vergangene. Ich fürchtete mich ſo ſehr vor Onkels Rückkehr, ich ängſtigte mich ſo ſehr, welches Urtheil er über Edward und mich fällen würde, daß ſelbſt Deine Güte die Laſt nicht von mir nehmen konnte; und nun, nachdem ich ge⸗ funden habe, daß alles ſo unbegründet, daß er ſo gut, ſo nachſichtig iſt, fühle ich mich ſo erleichtert, daß ich fürchte, ich