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licher Zärtlichkeit, ihr Kopf ruhte an ſeiner Schulter, und er küßte ſie auf die Wangen.
„Edward!“ war das einzige Wort, das ſie ſprechen konnte.
„Fürchte nichts für ihn, meine liebe Ellen. Wahre Reue und der feſte Entſchluß, ſich zu beſſern, ſind alles, was ich verlange, und wenn ſeine zukünftige Aufführung wirklich Zeugniß dafür giebt, ſo werden wir die Verirrungen ſeiner Jugend vergeſſen, als wenn ſie nie dageweſen wären.“
Und und
„Ich weiß Alles, was Du ſagen willſt, mein liebes Kind. Ich dachte, Dein Vergehen könne keine Entſchuldi⸗ gung haben, aber wiewohl ich immer noch wünſche, daß Du der Verſuchung widerſtanden hätteſt, ſo haſt Du doch ſo ſchwer dafür gebüßt, daß das härteſte Urtheil Dich nicht hätte ſchlimmer ſtrafen können. Wir wollen Alles vergeben und vergeſſen.“
In ſehr wenig Minuten war Ellens Faſſung ſo vollſtän⸗ dig wiederhergeſtellt, und ihre ſchwere Furcht hatte ſo nach⸗ gelaſſen, daß ihr alles faſt wie ein Traum erſchien. War es möglich, daß es derſelbe Verwandte war, den ſie ſich hart und rauh und mitleidslos gegen jugendliche Vergehungen ausgemalt, der nun einen Stuhl an ihr Sopha gerückt hatte und liebkoſend ihre Hand in der ſeinigen hielt, und indem er ihr ſo freundlich, ſo ernſt in das veränderte Geſicht blickte, ſie dadurch zu erheitern ſuchte, daß er ihr mancherlei unter⸗ haltende Dinge von Farö und Mr. Morton und ſeiner Rück⸗ reiſe erzählte, und von ihres Bruders Muthe und ſeiner Klugheit und ſeiner Geſchicklichkeit in ſolchen Worten ſprach, daß ſie faſt wieder weinen mußte? Mr. Hamilton war un⸗ ausſprechlich erſchüttert über die Veränderung, welche kör⸗ perliches und geiſtiges Leiden bei ſeiner Nichte hervorge⸗ bracht hatte. Der Verluſt ihres ungewöhnlich üppigen Haares mit Ausnahme der weichen Flechten, welche ihr Ge⸗ ſicht beſchatteten, das unter einer hübſchen Spitzenhaube ſichtbar war, ließ ſie viel jünger erſcheinen, als ſie wirklich war, und ihre Haut war ſo durchſichtig geworden, daß man


