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ihrer Mutter ſprang.„Ich ſehe es gern, wenn andere Leute ſo müſſig ſind, wie ich ſelbſt.“
„Aber es giebt einen Mittelweg in allen Dingen,“ ant⸗ wortete ihre Mutter halb ernſt, halb in Emmelinens eigenem Ton,„und ich ſollte denken, daß Dir Dein Gewiſſen ſagen müßte, daß es nicht ganz recht iſt, eine Muſe der anderen zu Gefallen zu verlaſſen, wie Du es eben machſt.“
„O, meine Zeichnung muß warten, bis die Muſe der Kunſt mich wieder begeiſtert. Die Poeſie kommt nicht im⸗ mer und ihre Beſuche ſind ſo angenehm.“
„Dann fürchte ich, wirſt Du mich für ſehr ſtreng hal⸗ ten, Emmeline, aber ſo angenehm ſie ſind, ſo darf ich ſie doch nicht immer begünſtigen. Wenn Du Dich dem Gedanken hingiebſt, nur arbeiten zu wollen, wenn die Begeiſterung über Dich kommt, oder einfach, nur wenn Du Luſt haſt, ſo wirſt Du das Leben ohne einen feſten Gedanken oder eine beſtimmte Leiſtung vertändeln. Du denkſt vielleicht jetzt, wo Du an Arbeit gewöhnt biſt, daß dies unmöglich ſei, aber Du biſt gerade in einem Alter, welches ſehr ſtrenge Wach⸗ ſamkeit über Dich ſelbſt verlangt, um dem vorzubeugen. Du trittſt nun aus den Kinderſchuhen heraus, biſt zu alt, um Dich zu dem antreiben zu laſſen, was Recht iſt, und biſt, was Deine Aufgabe, Dich ſelbſt zu beherrſchen, noch ſchwie⸗ riger macht, empfänglicher für die Poeſie, und was Du Be⸗ geiſterung nennſt, als ſonſt. Du mußt daher ein wenig von Carolinens Proſa in Deine Poeſie aufnehmen, anſtatt ſie als etwas Kaltes und Unangenehmes faſt zu verachten. Mache nicht ein ſo trübes und ernſtes Geſicht, liebes Kind, und glaube nicht, daß ich unzufrieden bin, weil ich ernſt ſpreche. Ich liebe Deine Heiterkeit viel zu ſehr, als daß ich ſie un⸗ terdrücken oder wünſchen möchte, daß Du es ſelbſt thäteſt, beſonders im Kreiſe Deiner Familie. Aber gerade wie Du die Nothwendigkeit, Dich im Schmerz zu beherrſchen gelernt haſt, ſo, meine liebe Emmeline, bin ich überzeugt, wirſt Du auch meiner Erfahrung vertrauen und ſelbſt in den Augen⸗ blicken ppetiſcher Begeiſterung Selbſtbeherrſchung üben.“
Emmeline ſaß einige Minuten ganz ſtill. Sie war ge⸗


